Alepposeife - häufig gestellte Fragen
Warum Alepposeifen als Sammlerstücke?
Unter dem Link Die Seife wird die Geschichte der Seife im Allgemeinen und der Alepposeife im Besonderen beschrieben. Die Entstehung der Seifenherstellung in Aleppo ist ein Kapitel der Kulturgeschichte des ganzen Mittelmeerraumes. Für uns war das erste Stück Alepposeife mit seinen reichlich byzantinischen Abmessungen und den detaillierten Siegeln gleich auf den ersten Blick ein konkretes Stück dieser Kulturgeschichte.
Und warum nicht als Körperpflegemittel?
Die Frage danach, was die Alepposeife in ihren Wascheigenschaften von modernen Seifen unterscheiden könnte, hatten wir bei unserer ersten Begegnung mit der Alepposeife noch gar nicht im Sinn.
Aber die Frage danach drängte sich schon nach den ersten Internetrecherchen auf, und das keineswegs nur in dem Sinne, dass Alepposeife "natürlicher" oder "hautfreundlicher" oder schlichtweg "besser weil älter" sei. Das ist nämlich keineswegs unumstritten.
Bei aller Begeisterung für Seifen, die nicht aus der industriellen Fertigung kommen, wird man unterstellen müssen, dass ein Industriebetrieb seine Fertigungsprozesse im Griff hat, und gerade bei Nahrungsmitteln und Kosmetik kann das lebenswichtig sein. Traditionelle Seifensieder in Deutschland sehen sich zum Beispiel hinsichtlich Warenprüfung, Fertigungsproduktion, Kennzeichnungs- und Meldepflichten einer Reihe von Anforderungen gegenüber, die deutlich machen, dass die Herstellung und der Verkauf von Kosmetika gesundheitlich sensible Themen sind.
Weder für uns in Deutschland, noch für unsere Freunde in Syrien ist ernsthaft nachprüfbar, inwieweit sich syrische Familienbetriebe im Alepposeifengewerbe nach solchen Anforderungen richten. Ebenso wenig können wir bei Souq-Einkäufen sagen, ob für die Alepposeifen lediglich Lorbeeröl aus Blättern oder aber auch aus den Früchten gepresst wurde – letzteres wäre anscheinend bereits ein Verstoß gegen die Anlage 1 zum Paragraphen 1 der Verordnung über kosmetische Mittel. Unter Punkt 359 nennt diese Anlage das Öl der Samen von Laurus nobilis L. als einen der Stoffe, die bei dem Herstellen oder Behandeln von kosmetischen Mitteln nicht verwendet werden dürfen.
Neben vielen anderen Fragen bleibt also zum Beispiel die, ob zur Pressung des Lorbeeröls wirklich nur die Blätter, oder auch die Früchte des Lorbeerölbaums verwendet werden. Und zumindest uns drängt sich die Frage auf, warum ein syrisches Lorbeerhain–Erntekollektiv die Bäume für die Seifenproduktion derart rupfen sollte, wo man doch auch die Früchte verwenden könnte. Ohne Kenntnis der europäischen Vorschriften jedenfalls würden wir selber die Blätter für die Küche aufheben, oder sie einem Rassekaninchen als Kette um den Hals hängen (nein, tun Sie´s bitte nicht).
Der Lorbeerhain ist ein weites Feld. Man kann ihn sich anschauen und sich an dem schönen Landschaftsbild erfreuen. Aber spätestens wenn man pflücken und pressen geht, wird man zum Anwender. Und der muss sich fragen: was bringt mir das? Ewige Jugend oder einen anaphylaktischen Schock?
Sicherlich könnte die auf diesen Seiten angebotene Alepposeife auch dermatologisch getestet werden. Trotzdem würde aber nur die Olivenölseife Gnade vor den Augen der EU-Kommission finden. Und solche Tests dürften außerdem erfordern, dass nicht nur gelegentlich oder gar nur einmal einige Stücke aus einer gelieferten Partie als Stichprobe genommen würden. Vielmehr dürfte es erforderlich sein, dass solche Probeentnahmen mit einer bestimmten, statistisch anerkannten Häufigkeit erfolgen, und der Lieferant bzw. die Lieferanten nach festen, überprüfbaren und stets nachvollziehbaren Standards produzieren.
Wer kauft ein?
Gelegentlich ist MH – der Verfasser des Textes unter dem Menüpunkt "Aleppo" - selbst im Souq seiner Heimatstadt unterwegs.
Meistens sind seine Geschwister für diese Seiten auf Einkaufstour. Das letzte Wort darüber, was die richtigen Alepposeifen sind, hat jedoch MHs Mutter. Unserer Produktpalette und der Qualität hat das ganz gut getan - jedenfalls legen das die KundInnenreaktionen nahe.
Wir schätzen aber nicht nur das Wissen der Familie, sondern auch, dass wir als Anbieter nicht an feste Bezugsquellen gebunden sind.
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